Braut vs. Corona: Antworten auf rechtliche Fragen

Das Coronavirus macht keine Ausnahmen – auch beim britischen Hochadel nicht. Queen Elizabeth verschiebt gleich drei große Gartenpartys auf nächstes Jahr. Prinzessin Beatrice sagt ihre royale Traumhochzeit mit dem italienischen Millionär Edoardo Mapelli Mozzi vorerst ab.

In Deutschland müssen sich rund 100.000 Brautpaare, die eine Trauung zwischen März und Mai 2020 geplant hatten, auf ein alternatives Datum einigen. Bei den Paaren, aber auch bei den Dienstleistern der Eventbranche ergeben sich dadurch viele rechtliche Fragen.

Fixgeschäft Hochzeit
„Eine Hochzeit ist ein sogenanntes absolutes Fixgeschäft“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Martin Gerecke. Das heißt, dass beispielsweise eine bestimmte Location an einem ganz bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit gebucht wurde. Durch eine explizite Untersagung der Behörden, wird dem Veranstalter die Ausrichtung des Events jedoch unmöglich gemacht. Dann entfällt die Leistungspflicht und das Brautpaar muss nicht zahlen. Im persönlichen Interesse empfehlen wir, die Hochzeit zu verschieben, nicht zu canceln. Für den neuen Termin bedarf es dann einer neuen Vereinbarung.

Kosten

Grundsätzlich gilt: Wenn der Dienstleister aufgrund von aktuellen behördlichen Absagen nichts leisten kann, muss das Brautpaar nicht zahlen. Hier gibt es aber Ausnahmen, falls der Dienstleister bereits Leistungen erbracht hat. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Grafikdesigner für die Hochzeit bereits Einladungen entworfen und gedruckt oder der Florist schon ein Designkonzept erarbeitet und abgesprochen hat. Können Unternehmen aufgrund des Coronavirus das Brautkleid nicht liefern, kann auch hier ggfls. die Leistungspflicht entfallen und die Braut muss das Kleid nicht zahlen. 

Wunschtermin
Wunschtermine bei Hochzeitsverschiebungen können von der Location nicht verlangt werden, es sei denn, dies ist im Vertrag geregelt. Das Gleiche gilt für Dienstleister. Das Brautpaar bekommt dann natürlich die komplette Anzahlung zurück.

Neues Datum
Um wie viele Wochen oder Monate man seine Hochzeit jetzt verschieben sollte, ist schwierig zu sagen. Das wissen nicht einmal die führenden Virologen. Wir sind optimistisch und hoffen auf einen Sommer voller Events. Die Lebensfreude und das Feiern werden dann sicherlich umso intensiver!

Ausfallversicherungen
„Ausfallversicherungen empfehle ich ausdrücklich“, rät Dr. Gerecke. Wer aber erst jetzt einen Vertrag abschließt, ist in Kenntnis der Situation. Das Coronavirus gilt dann nicht mehr als höhere Gewalt.

Hochzeiten unter der Woche
Sobald die Krise überwunden ist, gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Aufschwung und es wird ordentlich nachgefeiert. Hochzeiten unter der Woche oder am Sonntag werden dann auf jeden Fall ein Thema sein. Für viele Brautpaare aufgrund von attraktiven Preisangeboten sicherlich eine gute Idee.

//Quelle: Nadine Metgenberg von www.fine-weddings.de und Dr. Martin Gerecke von der Kanzlei CMS Hamburg.


Kategorie:  News Keywords: Braut und Bräutigam Magazin, Hochzeit und Corona, Coronavirus, rechtliche Situation, Hochzeit stornieren
Anmelden