Der ultimative Leitfaden für eure Hochzeitsrede 

Eine Hochzeit ist etwas ganz Besonderes – und das gilt natürlich insbesondere dann, wenn ihr eine Festrede halten dürft. Doch eine gelungene Ansprache, die für immer in Erinnerung bleibt, schreibt sich nicht im Handumdrehen. Mit unseren Tipps und Ratschlägen wird eure Hochzeitsrede ein voller Erfolg.

Der ultimative Leitfaden für eure Hochzeitsrede
Foto: Thomas William/Unsplash

Die Basics

  1.  Lernt das Hochzeitspaar kennen

Ihr seid mit Braut oder Bräutigam aufgewachsen? Oder seit Jahren eng mit beiden befreundet? Dann dürfte es euch nicht schwer fallen, eine authentische Rede zu verfassen. Für alle anderen gilt: Nehmt euch Zeit, das Hochzeitspaar kennenzulernen, erkundigt euch nach der Kennlerngeschichte, nach Gemeinsamkeiten und Zukunftsträumen. Je mehr persönliche Details eine Rede enthält, desto eher wird sie die Hochzeitsgesellschaft fesseln.

  1. Denkt an die Hochzeitsgäste

Wer ist eingeladen? Welchen Hintergrund haben diese Menschen? Und in welcher Beziehung stehen sie zum Hochzeitspaar? Eine runde Hochzeitsrede „holt alle ab“ und wird verschiedenen Altersgruppen und Kulturen gerecht.

  1. Vermeidet heikle Themen

Was die einen lustig finden, kann anderen das Fest verhageln. Bevor ihr witzig gemeinte Anekdoten oder Jokes in eure Rede integriert, solltet ihr euch immer fragen, ob sie Anwesende beleidigen oder verletzen könnten. Auf der sicheren Seite seid ihr, wenn ihr kontroverse Themen gänzlich meidet. Ex-PartnerInnen? Familienprobleme? Besser nicht.

  1. Seid inklusiv

Anstatt Worte und gemeinsame Erinnerungen zu wählen, mit denen sich nur ein kleiner Teil der Hochzeitsgäste identifizieren kann, sollte eine Rede so inklusiv und zugänglich wie möglich sein. Das klappt am besten mit universellen Themen wie Liebe, Freundschaft und Verbundenheit.

Der Aufbau

Damit eure Rede nachvollziehbar und verständlich wird, solltet ihr versuchen, eine klare Struktur einzuhalten. Darauf kommt es an:

Die Einleitung

Wer seid ihr? Und in welcher Beziehung steht ihr zum Hochzeitspaar? Damit eure ZuhörerInnen wissen, wer da vor ihnen steht, solltet ihr euch zu Beginn kurz vorstellen. Anschließend könnt ihr zum Beispiel mit einer kurzen Anekdote aus eurer gemeinsamen Vergangenheit mit dem Hochzeitspaar, einem einprägsamen Zitat oder einem klugen Witz in eure Rede einsteigen. So ist euch die Aufmerksamkeit aller Anwesenden garantiert.

Der Hauptteil

Im Hauptteil eurer Hochzeitsrede ist Raum für gemeinsame Erfahrungen und Geschichten, die euch mit Braut oder Bräutigam verbinden. Um sie nachvollziehbarer zu machen, solltet ihr versuchen, sie in einer logischen oder chronologischen Reihenfolge zu erzählen. Für noch mehr Übersichtlichkeit könnt ihr den Hauptteil eurer Ansprache in verschiedene Themen oder Unterpunkte unterteilen.

Die Übergänge

Damit sich eure Rede reibungslos vortragen lässt und ihr die Aufmerksamkeit der Hochzeitsgäste nicht verliert, solltet ihr auf fließende Übergänge zwischen euren Unterthemen achten.

Der Schluss

Beendet eure Hochzeitsansprache mit einer aussagekräftigen und einprägsamen Botschaft. Ihr könntet hier eure Wertschätzung für Braut und Bräutigam zum Ausdruck bringen, einen Toast auf deren gemeinsame Zukunft aussprechen oder ihnen gute Wünsche mit auf den Weg geben. Achtet darauf, dass euer Schlusswort an den Rest eurer Rede anknüpft und einen bleibenden Eindruck beim Hochzeitspaar und den Gästen hinterlässt.

Anekdoten und Humor richtig einsetzen

Humor und Anekdoten können unterhaltsam sein und eine Hochzeitsrede zum Leben erwecken. Allerdings nur dann, wenn sie mit Feingefühl und zum richtigen Augenblick eingesetzt werden. Wir erklären euch, worauf ihr achten solltet.

  1. Relevanz

Sind die Erinnerungen, die ihr mit euren ZuhörerInnen teilen wollt, wirklich für sie relevant? Oder möglicherweise nur für euch und das Hochzeitspaar? Wählt nicht nur denk-, sondern auch erzählwürdige Anekdoten aus, die für alle Anwesenden spannend sind. Das könnten besondere Momente sein, die ihr mit Braut und Bräutigam erlebt habt oder besonders lustige Situationen.

  1. Good Vibes Only

Vermeidet potenziell Peinliches oder Geschichten, die das Brautpaar oder die Hochzeitsgäste in Verlegenheit bringen könnten. Konzentriert euch stattdessen lieber auf schöne Erinnerungen und witzige Augenblicke.

  1. Humor – mit Bedacht eingesetzt

Humor ist gut. Aber nur wenn er auf subtile und respektvolle Weise eingesetzt wird. Deshalb gilt: Keine groben Witze – und erst recht nicht auf Kosten der Anwesenden. Nehmt Rücksicht auf die Gefühle des Hochzeitspaars und stellt sicher, dass euer Humor nicht beleidigend, verletzend oder unangemessen ist.

  1. Timing und Intonation

Ein gutes Timing und eine gute Intonation sind wichtig, wenn euer Humor oder die Anekdoten, die ihr erzählen möchtet, bei der Hochzeitsgesellschaft ankommen sollen. Übt eure Rede im Vorfeld und holt euch Feedback von FreundInnen oder Verwandten ein, um das Beste aus eurem Auftritt herauszuholen.

 

Beispiele für einen Einstieg in eure Hochzeitsrede

„Wisst ihr, als (Name von Braut oder Bräutigam) mich gebeten hat, ihre Trauzeugin/sein Trauzeuge zu sein, dachte ich sofort: Oh toll, endlich kann ich diese peinlichen Geschichten über sie/ihn mit der Welt teilen! Aber keine Sorge, liebe/r (Braut oder Bräutigam), ich habe versprochen, mich an deinem großen Tag von meiner besten Seite zu zeigen. Also werde ich stattdessen über die Zeit sprechen, als du…nein, Moment, auf diese Story verzichte ich lieber auch!“

„Als (Braut) und (Bräutigam) sich kennenlernten, wussten wir alle, dass etwas Besonderes im Gange war. Selbst als sie sich darüber stritten, wer die Fernbedienung bekommt, konnte man sehen, dass Liebe in der Luft lag. Also, lasst uns auf das glückliche Paar anstoßen – und auf den Frieden, den sie in ihrem gemeinsamen Netflix-Konto gefunden haben!”

„Ich werde nie vergessen, wie (Braut oder Bräutigam) und ich unseren ersten gemeinsamen Kochkurs besucht haben. Wir waren davon überzeugt, dass wir ein kulinarisches Meisterwerk schaffen würden, blieben stattdessen aber bei einer Pfanne mit verbranntem Risotto hängen. Zum Glück konnten wir darüber lachen und haben einen tollen Abend daraus gemacht. Es lehrt uns, dass es wichtig ist, über die kleinen Fehler des Lebens zu lachen und die Zeit zu genießen, die wir miteinander verbringen.“

„Eines Tages, als wir mit [Braut] und [Bräutigam] wandern waren, kamen wir an einem Wegweiser vorbei, der uns zu einem wunderschönen Aussichtspunkt führen sollte. Wir folgten der Wegbeschreibung, aber wir verirrten uns hoffnungslos. Nach stundenlangem Umherirren fanden wir schließlich den Aussichtspunkt, und die Aussicht war atemberaubend. Es hat sich gelohnt und wir haben noch oft darüber gelacht. Es zeigt, dass wir, auch wenn das Leben uns manchmal in die Irre führt, am Ende immer wieder an den richtigen Ort zurückkehren, vor allem, wenn wir zusammen sind.“

Zitate und Sprüche: So verleiht ihr eurer Rede Tiefe

Das richtige Zitat – an der richtigen Stelle – kann eurer Hochzeitsrede Tiefe verleihen. Allerdings sollte es zu euch, zur Persönlichkeit des Hochzeitspaares und zur Atmosphäre der Hochzeit passen. Wo ihr außergewöhnliche Redewendungen findet? Zum Beispiel in Büchern, Filmen, Songs oder berühmten Reden. Sobald ihr euch für ein Zitat entschieden habt, solltet ihr versuchen, es so natürlich wie möglich in eure Rede einfließen zu lassen. Ihr könntet zum Beispiel eine persönliche Anekdote erzählen, die mit dem Zitat in Verbindung steht, und dann das Zitat selbst vortragen.

Beispiele für Zitate:

  • „Liebe ist nicht nur etwas, das man fühlt, sondern auch etwas, das man tut.“ – David Wilkerson
  • „Eine erfolgreiche Ehe erfordert, dass man sich immer wieder verliebt – und zwar in ein und dieselbe Person.“ – Mignon McLaughlin
  • „Ein Leben ohne Liebe ist wie ein Baum ohne Blüten oder Früchte.“ – Kahlil Gibran
  • „Liebe lehrt uns, das zu sein, was wir nie waren.“ – Molière
  • „Liebe ist nicht die Suche nach einer Hand, die zu deiner passt, sondern nach einer Hand, die bereit ist, deine zu halten. Egal in welcher Situation.“ – Anonym
  • „Liebe ist eine Freundschaft, die in Flammen aufgeht.“ – Jeremy Taylor
Der ultimative Leitfaden für eure Hochzeitsrede
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Die perfekte Redelänge: so vermeidet ihr Langeweile

So großartig die Erinnerungen sind, die ihr gern mit dem Hochzeitspaar und den Gästen teilen würdet – eine Hochzeitsrede sollte nicht zu langatmig sein. So verhindert ihr, dass Langeweile aufkommt:

Setzt euch ein Zeitlimit

Einmal im Schreib-Flow, passiert es leicht, dass eine Rede zu lang wird. Achtet darauf, dass eure nicht mehr als fünf bis sieben Minuten Redezeit in Anspruch nimmt. Im Durchschnitt spricht der Mensch etwa 130 bis 150 Wörter pro Minute. Auf dieser Grundlage würde eine etwa fünf- bis siebenminütige Rede zwischen 650 und 1.050 Wörter umfassen. Um besser einschätzen zu können, ob euer Vortrag die perfekte Länge hat, solltet ihr sie vor dem Fest üben und dabei die Zeit messen.

Konzentriert euch auf das Wichtigste

Entscheidet euch für zwei oder drei Hauptthemen, auf die ihr euch in eurer Hochzeitsrede konzentrieren wollt und haltet euch daran. So verhindert ihr, dass ihr zu weniger relevanten Themen abschweift.

Übertreibt es nicht mit den Anekdoten

Auch wenn euch und das Hochzeitspaar viele Erinnerungen verbinden: Wählt nur diejenigen aus, die eure Botschaft unterstützen – und achtet darauf, dass sie für alle Anwesenden nachvollziehbar und relevant sind.

Übt eure Hochzeitsrede

Um ein besseres Gefühl für den Umfang eurer Rede zu bekommen, solltet ihr sie so oft wie möglich üben und sie zusätzlich von FreundInnen oder Familienmitgliedern gegenlesen lassen. Eine neue Perspektive hilft dabei, unnötige Details zu streichen. Wenn ihr Braut oder Bräutigam besonders nahesteht, zum Beispiel weil ihr nächste Verwandte oder TrauzeugInnen seid, darf eure Rede tendenziell länger ausfallen.

Wie merkt man sich eine Rede?

Eine gut vorbereitete, authentische und flüssig vorgetragene Hochzeitsrede macht Eindruck. Sie auswendig zu lernen, kann jedoch zur Herausforderung werden. Diese Techniken und Methoden helfen euch dabei:

Erstellt eine Struktur

Indem ihr eure Rede in Einleitung, Hauptteil (mit Unterpunkten) und Schluss unterteilt, könnt ihr sie euch leichter merken.

Repeat, repeat, repeat

Übung macht den Meister oder die Meisterin. Je öfter ihr eure Ansprache übt, desto besser werdet ihr euch an sie erinnern. Versucht, eure Rede nicht nur in Gedanken durchzugehen, sondern sie auch laut  vorzutragen. So entwickelt ihr ein besseres Gefühl für den Klang der einzelnen Wörter.

Sichert euch ab

Um auf Nummer Sicher zu gehen, solltet ihr am Hochzeitstag einen Zettel mit ein paar kurzen Sätzen oder Schlüsselwörtern zur Hand haben, die euch an die wichtigsten Punkte eurer Rede erinnern.

Erschafft mentale Bilder

Versucht, euch Personen, Orte oder Ereignisse, die ihr in eurer Hochzeitsrede erwähnt, bildlich vorzustellen. Auf diese Weise stärkt ihr euer Gedächtnis.

Übt vor Publikum

Damit euch am Tag der Tage nicht der Mut verlässt, solltet ihr euren Vortrag vor einem Publikum aus FreundInnen oder Verwandten üben. So gewöhnt ihr euch an die Situation und stärkt euer Selbstvertrauen.

Bleibt flexibel

Denkt daran, dass es nicht notwendig ist, eure Hochzeitsrede Wort für Wort auswendig zu lernen. Viel wichtiger ist es, den Kern eurer Botschaft zu vermitteln und eine echte Verbindung zu der Hochzeitsgesellschaft aufzubauen. Falls ihr einen Teil eurer Rede vergessen solltet, könnt ihr immer noch improvisieren und zum nächsten Punkt übergehen.

Zusammenfassung – auf diese Do‘s & Don‘ts kommt es an

  1. Lernt Braut und Bräutigam kennen und fragt euch, wer im Publikum sitzt. So verleiht ihrer eurer Hochzeitsrede Relevanz und macht sie für alle zugänglich.
  2. Traut euch, echte Gefühle zu zeigen. So wird eure Rede authentisch und ihr baut eine Verbindung zu den Hochzeitsgästen auf.
  3. Vermeidet kontroverse Themen und grobe Witze. So stellt ihr sicher, dass sich niemand beleidigt fühlt.
  4. Konzentriert euch auf das Positive. So feiert ihr die Beziehung von Braut und Bräutigam und steuert euren Teil zur festlichen Stimmung bei.
  5. Baut Anekdoten und Humor in eure Rede ein. So wird sie persönlicher und lustiger.
  6. Greift auf inspirierende Zitate und Sprüche zurück. So untermauert ihr eure Botschaft.
  7. Fasst euch kurz und achtet darauf, dass eure Rede nicht länger als wenige Minuten ist. So verhindert ihr, dass ihr die Aufmerksamkeit der Gäste verliert.
  8. Übt eure Rede so oft ihr könnt – auch vor Publikum. So entwickelt ihr ein Gefühl für den richtigen Umfang und gewinnt an Selbstvertrauen.
  9. Sprecht möglichst frei und lest eure Rede nicht Wort für Wort vom Papier ab. So wird es leichter, euch zuzuhören. Ein Zettel, auf dem ihr euch die wichtigsten Unterpunkte und ein paar Schlüsselsätze notiert, ist aber natürlich völlig okay.

Wir hoffen, dieser Leitfaden gibt euch genügend Inspiration für eure Hochzeitsrede. Viel Erfolg und vor allem viel Spaß bei eurem Auftritt! 😊