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Im Interview: Fotograf Stephan Thomas

Stephan Thomas ist seit mittlerweile vier Jahren als Hochzeitsfotograf unterwegs, vorwiegend rund um München, aber auch international bei Destination Weddings. Im Interview erzählt er, wie er arbeitet, worauf es ihm bei einer Hochzeit ankommt und was für ihn absolute No-Gos sind.

Stephan Thomas ist seit mittlerweile vier Jahren als Hochzeitsfotograf unterwegs, vorwiegend rund um München, aber auch international bei Destination Weddings. Im Interview erzählt er, wie er arbeitet, worauf es ihm bei einer Hochzeit ankommt und was für ihn absolute No-Gos sind.

Hochzeitspaar geht durch ein Spalier
Foto: www.sthomography.com

Stell dich bitte vor. Wer bist du? Wo bist du im Einsatz? Hast du einen bestimmten Stil?

Ich bin Stephan, 33 Jahre alt und mittlerweile in meiner vierten Saison als Hochzeitsfotograf. Ich fotografiere meist in der größeren Umgebung um München herum, habe aber auch bereits Erfahrungen in der Schweiz, Österreich und Italien mit Destination Weddings machen dürfen. Mein Stil kann man grob als warm-cineastisch bezeichnen. Ich bevorzuge eine natürliche Bearbeitung, um die Bilder zeitlos zu halten, mit weichen Highlights, natürlichen Hauttönen und eher gedämpften Farben. Für das Gesamtpaket kommen dazu pointierte Schwarz-Weiß- und Flash-Bilder in einem etwas mehr editorialen Stil.

Meine Paare wissen vor allem die Ruhe, die ich ausstrahle, zu schätzen. So wurde mir schon oft mitgeteilt, dass ich nervöse Bräute oder Bräutigame während des Getting Ready oder vor den großen Momenten beruhigen und ablenken konnte. Diese ruhige Art hilft mir auch enorm dabei, die versteckten Momente einzufangen, die eine Hochzeit so besonders machen.

Welche Emotionen/Momente möchtest du mit deinen Fotos einfangen?

Wenn ich an meine Lieblingsmomente denke, kommen mir zwei Dinge in den Sinn. Einerseits sind es die unkontrollierten Momente, wenn die harte Schale vom Opa bricht, wenn das Brautpaar vor Emotionen kein Wort mehr herausbekommt oder wenn die Jugendfreunde vor Wasser in den Augen kaum noch etwas sehen können. Andererseits sind es die ganz stillen, fast unsichtbaren Momente, wenn die Eltern stolz Händchen halten, wenn sich das Brautpaar mit glänzenden Augen anstrahlt oder der Bräutigam mit seinem noch ungewohnten Ring am Finger spielt. Neben all den typischen Fotos, die eine Hochzeit begleiten, sind das für mich die, die eigentliche Geschichte erzählen.

Wie schaffst du es, dass sich Hochzeitspaare vor der Kamera wohlfühlen und loslassen?

Mein erprobtes Mittel sind ganz einfach Probeshootings. Sie helfen nicht nur dem Brautpaar, mit der Kamera vertraut zu werden, sondern auch mir enorm, ein Gefühl für die beiden zu bekommen. Jedes Paar ist anders. Es gibt Posen, die für die einen super funktionieren und für andere gar nicht. Indem wir uns vorher einmal für ein paar Stunden treffen und zusammen ausprobieren, was passt und was Spaß macht, taut man automatisch gemeinsam auf. Bei Brautpaaren, die sich wirklich unsicher mit dem Gedanken ans Posieren fühlen, beginne ich eigentlich immer mit dynamischen Posen und gehe erst gegen Ende, wenn wir alle warm geworden sind, in die statischere, gestellte Richtung. Am Ende hat man dann meist zusammen ein richtig gutes Gefühl, was wir am großen Tag schießen wollen, und die Nervosität ist auf beiden Seiten verflogen. Darum ist ein Probeshooting auch ein essentieller Bestandteil in jedem meiner Pakete.

Wann würdest du das Paarshooting einplanen?

Das Wichtigste ist erst einmal, dass das Shooting in den Tagesablauf des Brautpaares passt. In den meisten Fällen gibt es nur ein bestimmtes Zeitfenster, an das ich mich dann gerne anpasse und mich optimal darauf vorbereite. Wenn es mal der Fall ist, dass man wirklich flexibel ist und ich nach meiner Meinung gefragt werde, dann bin ich immer ein Fan von einem intimen, privaten First Look mit anschließendem Shooting vor der Trauung. Ich persönlich bevorzuge es, besonders hinsichtlich der allgemeinen Stimmung, wenn das Brautpaar sich nicht während der Feier für eine längere Zeit von den Gästen verabschieden muss. Der Tag vergeht so schnell und die Zeit mit den Liebsten steht immer an erster Stelle.

Gibt es aus deiner Sicht No-Gos bei der Hochzeitsfotografie?

Ich persönlich sehe mich in erster Linie als Dienstleister. Meine Aufgabe ist es, diesen besonderen Tag zweier Menschen für immer für sie festzuhalten, sodass sie sich auch noch zur Silberhochzeit gerne die Bilder anschauen. Dementsprechend sehe ich mich als einen kleinen Teil eines großen Tages. Daher ist mein No-Go, wenn sich Foto- & Videografen zu sehr in den Mittelpunkt stellen, Abläufe beeinflussen, verzögern oder die Hochzeit nur als Portfolio-Material sehen. Wenn sich das Brautpaar nur ein kurzes 20-Minuten-Shooting wünscht, sehe ich es als meine Aufgabe, diese 20 Minuten so zu planen, dass wir auch dank des Probeshootings unvergessliche Bilder daraus bekommen. Ich persönlich habe wenig Verständnis dafür, in solchen Momenten das Brautpaar zu drängen, diese Zeitslots zu vergrößern oder sogar zu überziehen.