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Janina (40) und Sebastian (35): Von der Kreuzfahrt zur großen Liebe

Kennengelernt haben sich Janina (40) und Sebastian (35) mitten auf dem Atlantik, an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. Aus einer ungewöhnlichen ersten Begegnung wurde eine große Liebe, die die beiden bis zur kirchlichen Hochzeit in Bergisch Gladbach führte, mit Flashmob-Chor, maritimen Details und einem selbst choreografierten Hochzeitstanz.

Kennengelernt haben sich Janina (40) und Sebastian (35) mitten auf dem Atlantik, an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. Aus einer ungewöhnlichen ersten Begegnung wurde eine große Liebe, die die beiden bis zur kirchlichen Hochzeit in Bergisch Gladbach führte, mit Flashmob-Chor, maritimen Details und einem selbst choreografierten Hochzeitstanz.

Janina und Sebastian am Strand
Foto: @kameramitherz

Vom Grünschnabel zur großen Liebe

Kennengelernt haben sich Janina (40) und Sebastian (35) an einem ungewöhnlichen Arbeitsplatz: auf einem Kreuzfahrtschiff, irgendwo mitten auf dem Atlantik, 2.000 Kilometer von zu Hause entfernt. Janina arbeitete dort als Musical-Darstellerin und Sängerin, Sebastian als Tontechniker. Durch Zufall überschnitten sich ihre Verträge zeitlich und die beiden stellten schnell fest, dass sie beide aus der Gegend rund um Köln kommen. „Was für ein Grünschnabel“, dachte sich Janina, als sie den frisch an Bord gekommenen Sebastian kennenlernte. Der wiederum erinnert sich noch heute daran, gedacht zu haben: „Was für eine Zicke.“ Bis heute witzeln die beiden gerne darüber, dass es gut war, dass sie sich noch ein zweites Mal kennenlernten. Dieses zweite Mal fand ein halbes Jahr später wieder zu Hause in Köln statt, zunächst auf Sebastians Welcome-Back-Party, bei der Janina als einzige Nicht-Freundeskreis-Person eingeladen war, direkt von einer Theaterpremiere kommend und entsprechend herausgeputzt. Bei der anschließenden Geburtstagsfeier eines gemeinsamen Schiffskollegen funkte es dann endgültig zwischen den beiden.

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Der Heiratsantrag

Den Antrag machte Sebastian im April 2020, kurz nach seinem Geburtstag und mitten in der Corona-Zeit. Spektakulär war der Moment bewusst nicht: Beide beschreiben sich als eher bescheiden, was große Inszenierungen angeht, schließlich gibt es davon im gemeinsamen Arbeitsleben ohnehin genug. Der Antrag ergab sich morgens im Bett, während eines längeren Monologs von Janina. Sebastian nutzte den Moment, stand kurz auf, tat so, als würde er sich nur strecken und holte heimlich den bereits länger platzierten Verlobungsring aus seiner Hosentasche. Zurück im Bett wartete er, bis Janina ihren Monolog beendet hatte und stellte dann die entscheidende Frage: „Willst du denn meine Frau werden?“ Janina, völlig überrumpelt, verstand zunächst gar nicht, worum es ging, bis Sebastian ihr noch einmal tief in die Augen sah und den Ring auf ihrem Bauch platzierte. Erst dann dämmerte ihr langsam, was gerade passierte, gefolgt von großem, glücklichem Gelächter.

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Die große Hochzeit

Knapp ein Jahr nach der standesamtlichen Trauung folgte die große, kirchliche Hochzeit von Janina und Sebastian. Beide sind katholisch, wobei vor allem Sebastian zeitlebens sehr aktiv in der Kirche war, unter anderem musikalisch im Chor und in Kirchenensembles, bei Sing- und Krippenspielen sowie Messdienerfahrten. Für Janina selbst stand eine kirchliche Trauung zwar nicht unbedingt im Vordergrund, doch angesichts des schönen, feierlichen Zeremoniells und der Bedeutung für Sebastian fiel ihr die Entscheidung leicht: „So eine kirchliche Trauung ist ja schon auch wunderschön und einfach ein ganz tolles Zeremoniell.“ Getraut wurde das Paar in einer Kirche in Bergisch Gladbach, Janinas Geburtsort. Die anschließende Feier fand im Hotelrestaurant „Zur Post“ in Odenthal statt, bewusst gewählt, da die Location genau zwischen den Elternhäusern beider Familien liegt. Das Hotel bot den perfekten Rahmen für die Feier mit knapp 70 Gästen.

Flashmob in der Kirche

Für einen ganz besonderen Moment sorgten Janinas und Sebastians TrauzeugInen: Sie organisierten heimlich einen Chor aus dem gemeinsamen Freundeskreis, um dem Brautpaar eine musikalische Überraschung zu bereiten. Janinas Trauzeugin suchte dafür die passenden Mehrstimmigkeiten heraus und organisierte die Noten. Der große Moment kam, als die TrauzeugInnen gerade die Traudokumente auf dem Altar unterschrieben: Plötzlich stimmte die Trauzeugin das Lied an, und hinter dem Paar erhoben sich rund 17 Frauen aus den Kirchenbänken, kamen nach vorne und sangen gemeinsam für Janina und Sebastian, begleitet an der Gitarre von Sebastians Bruder und seinem Bandkollegen. Gesungen wurde „Caledonia“ von den Celtic Women, ein Lied, das hierzulande eher unbekannt ist. „In Irland kennt das jeder“, wie das Paar verrät. Ein waschechter Flashmob mitten in der Kirche, der für Gänsehaut bei allen Anwesenden sorgte.

Der Hochzeitstanz

Musikalisch besonders anspruchsvoll wurde es beim Hochzeitstanz: Janina und Sebastian entschieden sich für ein Medley aus drei Tänzen. Den Anfang machte ein Walzer zu „Caledonia“, gefolgt von einer Rumba zu „I Will Remember“ von Toto, ein Song, den das Paar musikalisch liebt, auch wenn er „eigentlich total traurig ist und nicht so richtig in unsere Situation passt“. Den Abschluss bildete ein Jive zu „Ich will zu dir“ von Pur. Auf professionelle Tanzstunden verzichtete das Paar bewusst: Janina, die als Musical-Darstellerin auch tänzerisch ausgebildet ist und schon in ihrer Jugend viel Paartanz betrieben hat, entwickelte die Choreografie selbst und brachte sie anschließend Sebastian bei. Für sie war klar, diesen Tanz selbst zu gestalten war „irgendwie eine Frage der Ehre“.

Maritime Details

Da sowohl Janina als auch Sebastian begeisterte Segler sind, war die maritime Note bei ihrer Hochzeit fest eingeplant. Ein amüsanter Zufall fügte sich dabei perfekt ins Bild: Beide waren, ohne es voneinander zu wissen, im selben Segelgebiet in den Niederlanden unterwegs und haben sogar unabhängig voneinander dieselbe Lieblingsinsel, Texel, wo auch das zweite Fotoshooting des Paares entstand. Auf jedem Tisch fanden die Gäste kleine Leinensäckchen mit dem jeweiligen Namen des Sitzplatzes. Darin verpackt: ein liebevoll zusammengestelltes maritimes Gastgeschenk, bestehend aus einem Antikater-Pulver mit Elektrolytlösung, Paracetamol gegen Kopfschmerzen sowie einem Fläschchen „Küstennebel“, einem Likör, als Konterdrink für den nächsten Morgen.

Weitere maritime Details

Auch bei den kleineren Details zog sich das maritime Thema konsequent durch die gesamte Hochzeit. Die Servietten wurden zu kleinen Schiffchen gefaltet, ein Angebot der Location. Die Tischordnung entstand auf einer echten alten Seekarte von einer von Janinas früheren Kreuzfahrtrouten, auf der sogar noch ein original eingezeichneter Kurs zu sehen war. Ein wiederkehrendes Motiv zog sich durch nahezu jedes Detail der Feier: das Faltbötchen. Es zierte gemeinsam mit einer Seerose die Einladungskarten, fand sich auf den Namenszetteln der Tischordnung wieder, war als Oblate auf den Kuchenstücken zu finden, schmückte die Kirchenhefte und tauchte sogar aufgestempelt auf den Namenskärtchen der Leinensäckchen an den Sitzplätzen auf.

Die Blumendeko

Da der Saal selbst bereits ein klares Farbkonzept vorgab, entschied sich das Paar für eine bewusst schlichte Tischdeko: weiße Rosen kombiniert mit Grünzeug. Passend zu Sebastians blauem Anzug integrierte Janina zwei kräftige blaue Hortensienköpfe in ihren ansonsten ebenfalls in Weiß und Grün gehaltenen Brautstrauß.

Das Brautkleid

Auf der Suche nach dem perfekten Brautkleid hatte Janina insgesamt vier Termine in vier verschiedenen Geschäften, ihr Erfolg stellte sich schließlich beim dritten Termin ein: bei Brautblüte in Krefeld, konkret im dortigen Outlet neben dem Flagship Store. Die Empfehlung kam von einer Freundin, deren Kleid Janina so gut gefallen hatte, dass sie direkt nach der Adresse fragte.

Der Termin selbst startete allerdings alles andere als entspannt: Wegen eines Staus auf der Autobahn kam die Gruppe, bestehend aus Trauzeugin, Mutter und einer engen Freundin, deutlich zu spät an. Zu allem Überfluss stellte sich heraus, dass der gebuchte Termin im Outlet statt der erwarteten zwei Stunden nur eine Stunde dauerte, sodass am Ende gerade einmal 47 Minuten Zeit blieben, ausgerechnet in dem Laden, auf den sich Janina am meisten gefreut hatte: „Da war ich richtig sauer, weil das war halt der Laden, wo ich mich am meisten drauf gefreut hatte.“

Trotz des Zeitdrucks probierte sie in dieser kurzen Zeit sieben Kleider an. Die Verkäuferin erwies sich dabei als echter Fels in der Brandung: Sie erkannte den Stress sofort und holte Janina souverän runter. Lange konnte sich Janina nicht zwischen zwei Favoriten entscheiden: der klassisch-eleganten A-Linie im Grace-Kelly-Stil, „einfach der Shit“, wie sie schwärmt, und dem etwas softeren Fit-and-Flare-Schnitt mit entschärfter Meerjungfrauen-Silhouette. Am Ende fiel die Wahl auf das siebte anprobierte Kleid, das genau diese beiden Welten vereinte: ein spitzenbesetzter Unterrock im Fit-and-Flare-Schnitt mit leichter Schleppe, darüber eine transparente, weiche Tüllschicht in A-Linie und einer etwas längeren Schärpe.

Die Trauringe

Weil Ringe von der Stange nicht zu ihren unterschiedlichen Typen passten, ließen Janina und Sebastian ihre Trauringe individuell bei einer Kölner Goldschmiedin anfertigen. Über Skizzen und Wachsrohlinge entstanden zwei völlig verschiedene Unikate. Sebastian trägt einen markanten Plateauring aus Warmgold mit besonderer Geschichte: „Der ist aus dem Ehering meines Opas eingeschmolzen worden.“ Janinas Ring ist das genaue Gegenteil: ein schmaler, zierlicher Platinring mit pfünf Brillanten. Das verbindende Element liegt im Verborgenen: „„Von außen sind sie sehr unterschiedlich, aber innen verbunden durch die Gravuren mit unserem Kennenlerndatum, einem Schiffchen und dem Dom – wir haben uns auf einem Schiff kennen- und in Köln lieben gelernt.“ Das Fazit von Janina und Sebastian: „Wir haben unsere Unikate und sind super glücklich.“

After-Wedding-Shooting

Ein plötzlicher Zufall führte Janina und Sebastian nach der Hochzeit für ein zweites Shooting an die Nordsee. Bei der Verabschiedung stellte sich heraus, dass ihr Fotograf Timo am nächsten Tag genau wie sie in den Urlaub nach Texel reiste. Sebastian fackelte nicht lange: „Ich habe ihm am nächsten Tag geschrieben: Wäre es möglich, dass du eine Kamera einpackst und wir am Strand ein After-Wedding-Shooting machen?“ Timo stimmte sofort zu. Das Paar, das schon seit Jahren zum Campen auf die Insel fährt, packte Anzug und Brautkleid kurzerhand ins Zelt. „Es war für alle Umstehenden ein etwas wilder Anblick, dass eines Abends auf dem Campingplatz mitten in den Dünen plötzlich zwei Leute in Hochzeitsklamotten herumliefen“, erinnert sich Sebastian lachend. Ein kleines Wunder vollbrachte dabei der Brautstrauß, der die komplette Woche im Zelt überstand: „Der hat bis zum Shooting überlebt. Er war natürlich nicht mehr frisch, aber absolut vorzeigbar – und das nach einer Woche im Zelt!“ Erst nach dem magischen Shooting am Nordstrand gab der Strauß schließlich auf und verblieb auf Texel. Ein unvergessliches Abenteuer und einzigartige Erinnerungen für Janina und Sebastian.

Tipps vom Hochzeitspaar

  • Trauringe: Die Kölner Goldschmiedin Verena Metzen fertigte für Janina und Sebastian zwei individuelle Unikate an, die im Verborgenen durch gemeinsame Gravuren verbunden sind. @die_schmuckschneiderin
  • Brautkleid: Im Outlet in Krefeld fand Janina nach sieben anprobierten Kleidern ihr Traumkleid, eine Kombination aus Fit-and-Flare-Schnitt und weicher A-Linie. @brautbluete
  • Anzug: Sebastians maßgeschneiderter blauer Anzug passte perfekt zur maritimen Note der Hochzeit. @massnahme_herrenmasskleidung
  • Fotos: Fotograf Timo hielt nicht nur die große Hochzeit fest, sondern begleitete das Paar spontan auch beim After-Wedding-Shooting an der Nordsee. @kameramitherz