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Elopement-Trend: Intime Hochzeit in der Natur – Interview mit Denise Stock

Als Mitgründerin von Two Hearts & Co hat sich Denise Stock auf exklusive Elopements spezialisiert. Im Interview verrät die Planerin, was eine Hochzeit im ganz kleinen Kreis so besonders macht.

Als Mitgründerin von Two Hearts & Co hat sich Denise Stock auf exklusive Elopements spezialisiert. Im Interview verrät die Planerin, was eine Hochzeit im ganz kleinen Kreis so besonders macht.

Elopement Hochzeit
Foto: Two Hearts & Co

Was genau versteht man unter einem „Elopement“?

„Ein Elopement ist eine bewusste Entscheidung für eine intime Hochzeit – oft nur zu zweit oder im ganz kleinen Kreis. Statt einer großen Feier mit festen Abläufen, Erwartungen und langen Gästelisten geht es darum, den Tag wirklich für sich selbst zu erleben. Viele Paare merken während der Planung einer klassischen Hochzeit irgendwann: Eigentlich wollten wir gar kein Event organisieren. Sondern heiraten. Ohne Druck. Ohne ständig Entscheidungen für andere treffen zu müssen. Genau deshalb gewinnt diese Art zu heiraten gerade so an Bedeutung. Paare wünschen sich wieder mehr Nähe, mehr Ruhe und mehr echte Erlebnisse. Weniger Pflichtprogramm. Dafür einen Tag, der sich wirklich nach ihnen anfühlt.“

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Welches Gefühl und welche Philosophie stecken hinter einem Elopement?

„Bei einem Elopement geht es weniger darum, etwas für andere zu inszenieren – sondern darum, etwas gemeinsam zu erleben. Die meisten Paare wünschen sich kein „Anti-Hochzeitskonzept“. Sie lieben schöne Hochzeiten. Aber sie merken, dass sie sich selbst in der klassischen Vorstellung oft verlieren. Plötzlich geht es um Sitzpläne, Erwartungen oder darum, es allen recht zu machen. Ein Elopement nimmt diesen Druck raus. Stattdessen entsteht Raum für das, worum es eigentlich geht: Zeit miteinander. Ruhe. Emotionen. Freiheit. Viele unserer Paare sagen später, dass sich der Tag eher wie eine besondere Reise oder ein gemeinsames Abenteuer angefühlt hat – und genau deshalb so intensiv in Erinnerung bleibt.“

Du betonst, dass es mittlerweile wunderschöne Alternativen zur klassischen standesamtlichen Hochzeit in Deutschland gibt. Wie sehen diese Alternativen konkret aus?

„Viele denken beim Standesamt sofort an einen unpersönlichen Raum im Rathaus. Dabei gibt es inzwischen unglaublich besondere Möglichkeiten. In Deutschland und Österreich gibt es Standesämter, die Trauungen außerhalb des klassischen Rathauses ermöglichen – zum Beispiel auf einer Alm, an einem Bergsee, in historischen Bauernstuben oder mitten in der Natur. Manche Orte sind kaum öffentlich bekannt und nur über persönliche Kontakte zugänglich. Dadurch entsteht plötzlich eine ganz andere Atmosphäre. Statt „Termin beim Amt“ fühlt sich die Trauung wie ein echtes Erlebnis an. Und genau hier beginnt auch unsere Arbeit: Wir kennen viele dieser besonderen Orte und helfen Paaren dabei herauszufinden, welcher wirklich zu ihnen passt. Manche wünschen sich Weitblick und Berge, andere eher Wasser, Wald oder ein modernes Boutique-Hotel. Die Möglichkeiten sind heute viel flexibler, als viele denken.“

Welche Hürden nimmst du deinen Paaren ab?

„Gerade bei Elopements unterschätzen viele Paare am Anfang, wie viel Organisation trotzdem dahintersteckt. Vor allem, wenn man an besonderen Orten heiraten möchte und nicht vor Ort lebt. Wir übernehmen deshalb nicht nur die kreative Planung, sondern auch ganz viel im Hintergrund: passende Standesämter finden, Abläufe koordinieren, Ansprechpartner organisieren, Zeitpläne entwickeln, Schlechtwetter-Alternativen vorbereiten oder besondere Locations überhaupt erst möglich machen. Viele unserer Paare führen ein sehr volles Leben. Sie möchten nicht monatelang recherchieren oder sich durch Vorschriften kämpfen. Genau dafür sind wir da. Am Ende soll sich der Tag leicht anfühlen. Nicht wie ein Projektmanagement-Job neben dem Alltag.“

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Was war das bisher außergewöhnlichste Elopement für dich?

„Wir hatten einmal ein Paar, das ursprünglich eine große Hochzeit geplant hatte. Je näher der Termin rückte, desto mehr merkten beide, dass sie sich eigentlich nur nach Ruhe sehnten. Statt einer großen Feier standen sie schließlich früh morgens allein auf einem Berg, komplett ohne Publikum, nur mit Sonnenaufgang, ihren Gelübden und dieser unglaublichen Stille. Nach der Trauung am See sind sie einfach losgerannt, runter ans Ufer – und direkt gemeinsam ins Wasser gesprungen. Komplett frei, komplett im Moment. Es war einer dieser Augenblicke, die man nicht planen kann. Kein Programmpunkt. Kein „Jetzt bitte lächeln“. Sondern einfach pure Erleichterung, Glück und dieses Gefühl von: Genau so wollten wir heiraten. Und genau das macht ein Elopement oft so besonders. Es entsteht Raum für echte Momente, die nicht perfekt aussehen müssen – sondern sich perfekt anfühlen.“

Für wen ist ein Elopement perfekt geeignet – und welche Paare sollten sich vielleicht doch eher für eine traditionelle Hochzeit entscheiden?

„Ein Elopement ist perfekt für Paare, die sich nach Nähe, Ruhe und einem bewussten Erlebnis sehnen. Für Menschen, die sich nicht gerne in den Mittelpunkt stellen oder merken, dass sie ihren Hochzeitstag lieber erleben als organisieren möchten. Oft sind es auch Paare, die sehr naturverbunden sind, gerne reisen oder sich Freiheit wichtiger anfühlt als Traditionen zu erfüllen. Gleichzeitig gibt es natürlich auch Paare, für die eine große Hochzeit genau richtig ist. Wenn jemand es liebt, viele Menschen zusammenzubringen, große Feste zu feiern und diese Energie mit Familie und Freunden zu teilen, dann kann eine klassische Hochzeit wunderschön sein. Es geht nie darum, was „besser“ ist. Sondern darum, welche Art von Hochzeit sich wirklich nach dem eigenen Leben anfühlt.“

Wenn ein Paar jetzt sagt: „Genau so wollen wir heiraten!“ – was ist der allererste Schritt, den es bei der Planung mit dir geht?

„Der erste Schritt ist immer ein persönliches Gespräch. Viele Paare kommen mit einer groben Sehnsucht zu uns – aber noch ohne konkrete Vorstellung. Genau deshalb sprechen wir am Anfang weniger über Dekoration oder Abläufe, sondern viel mehr darüber, wie sich der Tag anfühlen soll. Was gibt ihnen Ruhe? Was überfordert sie? Welche Landschaften lieben sie? Möchten sie wandern, am Wasser sein, gemeinsam essen gehen oder einfach nur Zeit für sich haben? Aus diesen Gesprächen entsteht dann Schritt für Schritt ein Konzept, das wirklich zu ihnen passt. Nicht irgendeine Pinterest-Hochzeit – sondern ihre eigene Geschichte.“