Internationale Hochzeitsrituale für eure Zeremonie 

In vielen Kulturen gibt es wunderschöne und einzigartige Rituale für die Trauzeremonie. Wir zeigen die schönsten Bräuche, die eure Hochzeit zu einem Highlight machen.

Iran: Süße Ehe

Das Herzstück einer persischen Trauung ist das “Sofreh-ye Aghd”. Im Zentrum des Rituals steht ein Tuch, das auf dem Boden Richtung Osten ausgerichtet hingelegt wird. Traditionell wird dieses von der Mutter an die Tochter weitergereicht. Auf dem Tuch werden Goldmünzen als Symbol für Erfolg und Reichtum, Eier oder Nüsse für die Fruchtbarkeit, ein Spiegel und zwei Kerzenständer symbolisch für Licht und Feuer, Weihrauch gegen böse Blicke und ein verziertes Fladenbrot mit guten Wünschen der Gäste. Außerdem wird ein Seidenschal über die Köpfe des Paares gehalten und die weiblichen Familienmitglieder, die glücklich verheiratet sind, reiben darüber zwei Zuckerhüter aneinander –  um die Ehe mit Süße zu segnen.

Ghana: Der Sprung ins Eheglück

Der Ausdruck “jumping the broom”, also über den Besen springen, ist heutzutage gleichgestellt mit “to tie the knot”, was in den USA heiraten bedeutet. Der Besensprung bei Hochzeiten kommt ursprünglich aus Ghana und hat eine lange geschichtsreiche Tradition. Mittelpunkt dieses Rituals ist ein Besen, der mit Blumen und Bändern verziert wird und nach der Trauung in den Mittelgang gelegt wird. Das Brautpaar springt gemeinsam über den Besen und in den neuen Lebensabschnitt.

Hawaii: Das Sandritual

Nach dem Anstecken der Ringe bekommt das Paar jeweils ein mit Sand gefülltes Gefäß. Der Sand wird dann abwechselnd in ein drittes, etwas größeres Gefäß gerieselt. Das Vermischen der einzelnen Sandkörner symbolisiert die Zusammenführung eurer zwei Leben und jedes Sandkorn steht für einen glücklichen Moment in der Ehe. Besonders schöne Sandmuster entstehen, wenn verschiedenfarbiger Sand verwendet wird. Sucht euch für das gemeinsame Gefäß eine schöne Form aus. Denn diese tolle Erinnerung an eure Hochzeit könnt ihr später wunderbar als Deko-Element verwenden.

Großbritannien: Handfasting

Das Handfasting ist eine keltische Tradition, bei der die Hände des Hochzeitspaares während der Zeremonie mit einem Band umschlungen werden. Wenn das Paar die Hände aus dem Tuch zieht, wird ein Knoten hinein gebunden. Damit gilt die Ehe als besiegelt. Ein wunderschönes Symbol für die Verbindung, die an diesem Tag eingegangen wird. Für eine persönliche Note kann das Band individuell gestaltet werden. Von der Farbe des Bandes bis hin zu Stickereien ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Stickereien mit dem Hochzeitsdatum und den Namen oder dem gemeinsamen Lieblingssong machen das Band zu einem wunderschönen Erinnerungsstück an die Zeremonie.

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USA: Ring Warming

Bei dieser Tradition aus den USA werden die Trauringe vor der Zeremonie von den Gästen mit guten Wünschen für die Zukunft des Paares „aufgeladen“. Am besten findet das Ring-Warming am Tag zuvor im kleinen Kreis statt. An einer Schnur werden die Ringe aufgefädelt und so sicher von Gast zu Gast weitergegeben. Durch das in den Händen halten der Ringe werden Liebe und Wärme, sowie gute Wünsche übertragen.

Japan: Feuerschale

Beim Feuerschalen-Ritual werden die Wünsche und Ziele des Hochzeitspaares auf ein Stück Papier geschrieben. In einer Schale wird ein Feuer entzündet und die Zettel darin verbrannt. Die Wünsche steigen durch das rituelle Feuer in den Himmel auf und werden – hoffentlich – wahr. Gerade als Mitternachts-Highlight ist dieses Ritual wunderschön, da die Feuerschale in der Dunkelheit noch mehr zur Geltung kommt. Bindet eure Gäste mit ein, lasst auch sie Wünsche für eure gemeinsame Zukunft aufschreiben und diese in das Feuer werfen.

Schweden: Schuhe voller Münzen

Für Glück und Zufrieden in der Ehe sorgen in Schweden – Münzen. Vor der Zeremonie wird der Braut vom Vater eine Goldmünze in den rechten Schuh und von der Mutter eine Silbermünze in den linken Schuh gelegt.

Mexiko: El Lazo

“El Lazo” ist ein gängiges Ritual in Mexiko und eine alte Tradition. Als Symbol der Liebe und Einheit wird dem Brautpaar von den “Padrinos”, den Paten oder Patinnen, nach dem Jawort eine Kette aus Blumen oder Rosenkrankugeln um die Schultern gelegt. Die Paten oder Patinnen werden traditionell anhand ihrer eigenen Erfahrungen in ihrer Ehe ausgewählt.

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Brasilien: Namen einstechen

In Brasilien lassen sich einige Bräute vor der Trauung die Namen ihrer Single-Freundinnen in den Saumen des Brautkleides sticken. Auf der Hochzeitsfeier posieren die Freundinnen dann jeweils einzeln mit dem frisch vermählten Paar für ein Erinnerungsfoto und zeigen dabei auf ihren Namen im Kleid. Dieses Ritual soll Glück bringen und den Singles zu einer glücklichen Beziehung verhelfen.

Australien: Unity Bowl & Osterwasser

Bei australischen Hochzeiten bekommen viele Paare eine sogenannte „Unity Bowl“ oder Einheitsschale. Am Hochzeitstag bekommt jeder Gast einen bunten Stein, auf dem sie dann auf die eine Seite ihren Namen und auf die andere Seite gute Wünsche oder einen Rat schreiben. Am Ende steht die volle Unity Bowl symbolisch für das Fundament, auf dem das Hochzeitspaar seine Ehe aufbauen kann. Für ein weiteres Hochzeitsritual fangen die Verlobten an Ostern fließendes Wasser auf, was in Australien als gesegnet gilt, und bewahren dieses bis zur Trauung auf. Am großen Tag beträufelt sich das Paar mit dem Wasser. Dieser Brauch soll Eheglück bringen.

Irland: Hufeisen

Während einer irischen Hochzeit ist es ein traditioneller Brauch, ein Hufeisen in irgendeiner Form bei sich zu tragen. Oft verwenden die Bräute hübsche Anhänger in Hufeisenform aus Gold, Silber oder Porzellan. Wichtig dabei ist, dass das Hufeisen nach oben zeigt, damit das Glück nicht hinausfließen kann.

Benin: Vier Elemente

Nachdem sich das Hochzeitspaar das Jawort gegeben hat, probieren sie verschiedenes Essen mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die die verschiedenen Momente und Emotionen in einer Ehe repräsentieren sollen. Zuerst wird etwas Saures gegessen, meist eine Zitrone, symbolisch für die Enttäuschungen, die man im Leben hinnehmen muss. Danach kostet das Paar einen Schluck Essig, der für Bitterkeit, die man in schwierigen Zeiten überkommen muss repräsentiert. Als drittes folgt Cayenne Pfeffer, dessen Schärfe für die Leidenschaft in der Beziehung steht. Für das Glück nimmt das frisch vermählte Paar als letztes einen Löffel Honig zu sich.

Südamerika: Kakaozeremonie

Eine heiße Tasse Kakao an einem verregneten Tag schenkt direkt ein wohlig-warmes Gefühl. Dem uralten schamanischen Kakao-Ritual liegt genau diese Intension zu Grunde. Gemeinsam mit den Hochzeitsgästen und einer wohltuenden Tasse Kakao werden die Energien, Lebenskraft und Kreativität für die zukünftige Ehe verstärkt. Die Zeremonie wird am besten vor der Hochzeit im kleinen Kreis, mit den engsten Vertrauten durchgeführt. Maximal zehn Personen sollten an dem Ritual teilnehmen und danach bietet sich eine Ruhepause an – ein schönes Highlight für den Start ein Wedding-Weekend.

Russland: Schuhklau

An dem Brauch des Schuhklaus kommt wohl fast niemand bei einer russischen Hochzeit vorbei. Eine Gruppe von Hochzeitsgästen führt dabei zu passender Musik einen Tanz auf. Währenddessen klaut ein Gast den Schuh der (vorher eingeweihten) Braut. Wenn es Zeit wird für den Hochzeitstanz kann dieser selbstverständlich ohne den geklauten Schuh nicht statt finden. Deshalb müssen die übrigen Hochzeitsgäste den Schuh zurückkaufen. Jede Spende wird mit einem Schluck Vodka belohnt. Sobald der Schuh wieder am Fuß der Braut ist, kann der Hochzeitstanz beginnen.

Ein Ritual so alt wie die Menschheit selbst: das Räucherritual

Das Räuchern ist eine uralte Kunst und in fast allen Kulturen vertreten. Neben dem angenehmen Geruch, der durch das Verbrennen verschiedener Pflanzen entsteht, wird es auch zur Reinigung, Opfergabe und Stärkung spiritueller Energie genutzt. Welche Energien freigesetzt werden, hängt von der Pflanze ab, die verbrennt werden. So steht Rosmarin beispielsweise für Aphrodite, die Königin der Liebe. Die Rose symbolisiert Harmonie und Balance und schafft beim Räuchern Verbundenheit. Hierfür wird am besten ein Profi engagiert. Nach dem Räucherritual kann auch eine Traumeditation mit in die Zeremonie aufgenommen werden. Wenn das Paar und die Hochzeitsgäste bewusst in ein Gefühl, in eine Energie einsteigen, entsteht eine ganz besondere Atmosphäre – ein schöner Abschluss für eine Trauung.

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